Viel Interesse an Erfahrungen mit einer Wärmepumpe

An Bausteinen demonstrieren Sabine Bruchmann-Allek und Werner Allek die Effizienz ihrer Wärmepumpe von 1 : 4 bis 5. Bei der alten Gasheizung lag dieser Wert bei ca. 1 : 1.

LocalZeroSchwerte öffnete am Samstag, 29.11.2025 einen Heizungskeller mit einer Luft-Wasser–Wärmepumpe. Nach einem Begrüßungstrunk und kurzer Darstellung der durchgeführten energetischen Maßnahmen im Altbau, überzeugten sich die Gäste vom leisen Surren der Außeneinheit der Wärmepumpe. „Ich dachte, die wären viel lauter! Das ist ja nichts zu hören!“ meinte eine Besucherin. Danach ging es in den Keller und dem inneren Teil der Technik. Dort lauschten die Interessierten den Ausführungen zur Projektentwicklung

Werner Allek erklärte die einzelnen Komponenten der Anlage und ihre Funktion. Eine der häufigsten Fragen war, ob es denn auch warm genug sei und ob an den vorgenommenen Einstellungen etwas geändert werden darf. Bei dieser Anlage ist dies über eine App möglich.

Sie bietet in verschiedenen Ansichten und Leistungskurven Informationen zu eingestellten Parametern und zu aktuellen und zurückliegenden Verbrauchswerten. Durch diese detaillierten Angaben bekommt man ein Abbild zum eigenen Verbrauchsverhalten. Über individuell einstellbare Tagesprogramme erhält man z.B. die Möglichkeit zur zeitlichen Veränderungen von Heiz- und Brauchwasser. Über diesen Weg ist es z.B. auch möglich, per Fernsteuerung die vor dem Urlaub gedrosselte Heizung vor der Rückreise wieder zu aktivieren und so ein warmes Haus und warmes Wasser vorzufinden.

Beim Vergleich der Betriebskosten zwischen der alten Gasheizung und der neuen Wärmepumpe, gab es großes Erstaunen. Der Primärenergieverbrauch konnte im zurückliegenden Jahr auf ein Viertel bis ein Fünftel reduziert werden. Während die alte Gasheizung zuletzt ca.15.000kWh einforderte, kommt die neue Anlage mit ca. 3.500kWh elektrischer Energie aus. Es lohnt sich also, sich in die Bedienungsmodalitäten einzuarbeiten, denn dadurch kann die Effizienz der Anlage erhöht und trotzdem 21 °C Raumtemperatur erreicht werden. Je höher die Raumtemperatur, je höher ist naturgemäß der Energieverbrauch und der Preis dafür. Im Beispielhaus konnten durch gute Steuerung und bewussten Umgang 700 – 1000 € im letzten Jahr gespart werden. Da allerdings alles in Abhängigkeit zum individuellen Wärmeempfinden und Wärmebedarf steht, ist diese Optimierung und Effizienzsteigerung für einen Installateur nur schwer leistbar. Sabine Bruchmann-Allek meint, ihr Mann habe sich sehr in das Thema eingefuchst, so dass die Anlage nun so effizient läuft.

Die Anschaffungskosten sind aktuell noch über eine gestaffelte Förderung der KFW zu senken. Wegen der Staffelung ist die Frage ob und wann sich die Mehrkosten zu einer neuen Gasheizung amortisieren nicht pauschal zu beantworten. In günstigen Konstellationen kann sich das aber schon in wenigen Jahren einstellen.

Zu vielen Themen hingen Plakate an den Wänden mit Internetlinks für weitere umfangreiche Informationen. Fragen und angeregte Diskussionen belebten den Nachmittag. Angefangen von der zeitlichen Steuerung des Heizungswassers und Warmwasserzubereitung über den Einfluss der Heizkörpergröße zur Vorlauftemperatur bis zu den Einstellungen am Raumthermostat war alles dabei. Den 17 Gästen konnten jedoch auch noch einige kostengünstige Empfehlungen mit auf den Weg gegeben werden:

• Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizung hinterfragen und ggf. schrittweise senken als Test und um Öl oder Gas zu sparen. (Nach Bedienungsanleitung der Heizung oder Rücksprache mit dem Installateur.) – Je geringer die Vorlauftemperatur ausgelegt werden kann, desto effizienter würde eine Wärmepumpe arbeiten! 35°C und weniger sind optimal. Aber auch Temperaturen bis 55°C sind ohne weiteres realisierbar.

  • Energieverbrauch regelmäßig notieren (Zähler ablesen)
  • Konsequente Isolation der Heizungsrohre im ungeheizten Keller
  • Wintermonaten mit Eis und Schnee nutzen, um Wärmebrücken und unzureichende Isolation im Dach auszumachen
  • Oberste Geschossdecke zum ungeheizten Teil des Daches dämmen
  • Erfolge feiern!

Viele Gäste bedankten sich für die ausführlichen Informationen und die Möglichkeit sich eine Anlage hautnah anschauen zu können. Bei Fragen im Nachgang steht die Kontaktaufnahme über unsere Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.